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Dienstag, 02. April 2013



um 11 Uhr beginnt der Lackierer mit der Arbeit

Das einzige Problem, das wir derzeit haben: Unser Gas geht zu Ende. Wir haben nur noch etwa 55% in der zweiten Flasche; die erste ist leer. Im Campingbuch hatten wir gelesen, dass in Agadir nahe dem Hafen, im Industriegelände, das Gaswerk ist, wo man seine Flaschen auffüllen lassen kann. Da sollten wir am besten morgen mal hinfahren. Heute wollen wir erstmal hierbleiben und uns vom gestrigen Tag erholen. Wenig später klopft es an die Tür: Es ist jemand auf einem Moped mit einem riesigen Sack Baguettes, der das Brot unter die Wohnmobilisten hier am Strand bringen will. Wir nehmen eines, fragen dann aber, ob er auch Fladenbrote hat (pain rond)? Hat er, und so tauschen wir um, denn das Baguette ist ganz morsch und zu scharf gebacken. Dann frühstücken wir erstmal.



oben am Rand ist eine kleine Stelle im Lack auszubessern

Wenig später - Herbert ist gerade draußen, während Annette am Reisebericht schreibt - kommt der nächste. Mit einem Auto mit der ganzen Ladefläche voll mit Gasflaschen. Ob wir unsere Gasflasche füllen lassen wollen? Er würde unsere jetzt mitnehmen und morgen um 12 Uhr wiederbringen. Na, der kommt ja wie gerufen. Allerdings sind die Preise recht unverschämt: 180 DH (16,20 EUR) für die Füllung, die sonst im Land nur 45 DH (4,05 EUR) kostet und in Agadir im Gaswerk laut Buch 120 DH (10,80 EUR). Im Buch wurde man schon gewarnt, dass die Gaspreise in Agadir absolut touristisch sind. Aber was soll's. Auf diese Weise müssten wir jetzt vielleicht gar nicht mehr auf Campingplätzen stehen, sondern könnten irgendwo am Meer sein so wie hier. Wir geben ihm also eine Gasflasche mit, auf die er unser Autokennzeichen schreibt. Kurz darauf kommt ein Nachbar und fragt uns, ob wir die Telefonnummer vom Gasmann wüssten? Der Nachbar hätte ihm irrtümlich die falsche und noch halbvolle Flasche mitgegeben. Er fragt sich und uns auch, ob es nicht ganz schön riskant ist, einfach so die Gasflaschen herzugeben, sie (jedenfalls die betankbaren Flaschen) wären doch sehr teuer, ca. 400 EUR. Ja, darüber dürfe man nicht nachdenken, aber es wird schon gutgehen.



es dauert und dauert und geht auf halb vier zu

Kurz darauf kommt wieder jemand des Wegs, der wohl immer um die Wohnmobile herumschleicht und schaut, ob es irgendwo irgendwelche Lackschäden gibt. Bei uns gibt es ja die Stelle am Dach, wo wir mal in einer Waschanlage angestoßen waren und den Lack aufgeschlagen hatten. Und noch zwei winzige Stellen hinten am Heck, wo der Lack ab ist. Aber nachdem uns in Plage-Aglou der eine Depp damals mehr kaputtgemacht hat als repariert, haben wir beschlossen, nichts mehr in Marokko machen zu lassen. Da spart man nur am falschen Ende und ärgert sich über die liederliche Arbeit. (Auf den zweiten Blick gefällt uns die neue Polsterung auch nicht mehr so richtig.) Aber trotzdem lässt Herbert sich auf den Mann ein und einigt sich schnell auf 1.000 DH (90 EUR) für die drei Stellen. Annette ärgert sich lange Zeit und fragt sich, wie jemand am Strand ohne Leiter und ohne Kompressor Lackschäden ausbessern will? Die Leiter nimmt er von uns, steigt durchs Dachfenster und fängt erstmal an. Es ist 11 Uhr Ortszeit, dauert und dauert, es geht auf 13 Uhr, 14 Uhr usw. Und dabei wollten wir heute eine schöne Wanderung am Meer gemacht haben. Irgendwann nach 15:30 Uhr ist er fertig. Wir fragen ihn, ob er als Bezahlung unser Fahrrad haben will? wir holen es aus der Garage und er schaut es sich genau an. Man merkt deutlich, dass er es gern nehmen würde. Aber er pokert zu hoch, will das Fahrrad und noch 500 DH. Nee, sagen wir, da behalten wir es besser. Geben ihm also die 1.000 DH Lohn. Da fängt er an zu trödeln mit seinen Siebensachen. 600 DH will er uns für das Fahrrad geben. Nee, sagen wir. 800 DH oder gar nicht. Morgen ist er beim Nachbarn beschäftigt und wir müssen ja noch bis Mittag auf den Gasfritzen warten. Er will es sich überlegen, sagt er. Soll er nur. Endlich sind wir dann wieder frei und allein. Aber der ganze Tag wurde vertrödelt mit Warten. Hoffentlich geht es morgen nicht so weiter.



so steht man hier am Strand

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