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Montag, 08. April 2013



alle Felder werden bewirtschaftet, auch in Treibhäusern

Am frühen Morgen setzen wir unsere Fahrt fort; jetzt zieht es uns unweigerlich immer weiter nach Norden. Gern würde Annette oben in Oualidia nochmal anhalten und die Lagune anschauen. Aber dann sehen wir, dass gerade Ebbe ist, und da sieht die Lagune gar nicht mehr so schön aus wie gestern bei unserer Ankunft. Weiter geht also unsere Fahrt. Die Straße führt jetzt allerdings nicht mehr direkt am Meer entlang, sondern durch Landschaft mit etlichen Treibhäusern. Es ist eine öde Fahrt auf kaputter Straße.



das Meer sehen wir auf dieser Strecke fast nie mehr

Dann erreichen wir die Stadt El Jadida, die uns mit qualmenden Industrieschornsteinen begrüßt. Kein erfreulicher erster Eindruck, aber wir wollen uns davon nicht abschrecken lassen und uns in Hafennähe die Cité Portugaise anschauen, die alte portugiesische Festungsstadt direkt am Meer. El Jadida heißt übersetzt "Die Neue" (die Stadt liegt wahrscheinlich auf den Ruinen der karthagischen Siedlung Rusibis.) Aber der Name kann sich unmöglich auf die Straßen beziehen, denn die sind in so schlechtem Zustand mit tausend Schlaglöchern, dass wir Kopfweh bekommen davon. Kilometerlang ziehen sich die Industrieanlagen hin, an denen wir auf diesen schlechten Straßen vorbeifahren. Jetzt steht unser Entschluss fest: Wir lassen El Jadida aus und wollen direkt auf die Autobahn Richtung Casablanca.



eine Schlaglochpiste erwartet uns in El Jadida

Auf der Zufahrtsstraße zur Autobahn hin zeigt Marokko mal sein hässliches Gesicht. Alles sieht wie Ghetto aus, die Straße bleibt schlimm, aber irgendwann ist es geschafft und wir sind auf der Autobahn. Casablanca kommt in 101km, nachdem wir das erste von vielen Autobahntickets ziehen. Auf der ersten Raststätte, namens Aire de Repos Lbir Jdid, halten wir an und frühstücken. Herbert liest im Reisebuch die Beschreibung von Casablanca und kommt zu dem Schluss, dass wir Casablanca getrost auslassen können. Casablanca sei eine moderne Großstadt mit wenigen alten Bauwerken und marokkanischen Kulturelementen; mit ca. 3 Mio. Einwohnern usw. Das einzige, das uns eventuell interessiert hätte, wäre die riesige Moschee Hassan II, die zweitgrößte der Welt (nur die in Mekka ist größer). Stattdessen suchen wir uns als allerletztes Ziel unserer Marokkoreise das kleine Städtchen Assilah bzw. Asilah aus, das aber erst in einigen hundert Kilometern kommt. (Casablanca und Rabat und alles, was wir jetzt auslassen, können wir uns ja für unsere nächste Marokkofahrt aufheben.)



Blick auf eine der Moscheen von El Jadida während unserer Durchfahrt



wir sind auf der Autobahn in Richtung Norden

Als wir Casablanca erreichen und an den Rändern der Wohnhaussiedlungen vorbeifahren, sehen wir, dass es auf jedem der Dächer der Häuser wohl tausend Satellitenschüsseln gibt; ein Anblick, den wir so noch nie gesehen haben. Im Süden Marokkos gab es überhaupt keine Satellitenschüsseln, wahrscheinlich nicht mal Strom geschweige denn Fernseher. Nach weiteren 100 Kilometern ist Rabat erreicht. Danach wir es auf der Autobahn merklich leerer. Es ist sagenhaft, wieviel Radarfallen wir auf der gesamten Strecke sehen, nämlich acht. Und dabei bestimmt noch die Hälfte übersehen. Nach weiteren etwa 188km und insgesamt 177 DH (15,93 EUR) Maut, die wir in 5 Einzeletappen zu zahlen hatten, erreichen wir die kleine Stadt Assilah, fahren auf der Hauptstraße durch die Stadt und landen direkt am Parkplatz für Wohnmobile an der nördlichen Hafenpromenade.



dies ist nur eine von acht Radarfallen, die wir auf der Autobahn sehen



viele der Häuser entlang der Autobahn sind recht armselig



wir bummeln auf der Promenade von Assilah, unserem letzten Stop in Marokko

Der Platz selbst ist nicht besonders schön, auch gibt es auf solchen Parkplätzen keine Ver- und Entsorgung, aber die Lage ist ganz hübsch so direkt am Meer. Auch ist es nicht weit zur Stadt. Und zur großen Abwechslung haben wir hier sogar mal italienische, holländische und sogar polnische Nachbarn. Es ist 16:30 Uhr, als wir hier ankommen. Nach einer Verschnaufpause mit Kaffee und Kuchen machen wir uns auf in die Stadt, um einen ersten Eindruck zu haben. 



die Medina von Assilah ist von alten portugiesischen Festungsmauern umgeben

Assilah hat einen starken spanischen Einschlag, was man schon an den Cafénamen wie Casa Garcia merkt, aber auch daran, dass man mit Holá angesprochen wird. Portugiesische Festungsmauern umschließen die Medina, auch gibt es viele Künstlerateliers im Ort. Es ist ein beschaulicher Bummel durch die vielen verwinkelten Gassen der Medina, aber morgen wollen wir zu früherer Stunde nochmal in den Ort gehen, wenn die Sonne höher steht und alles anstrahlt. Um 19:30 Uhr sind wir wieder daheim und sind doch ziemlich kaputt vom heutigen Fahrtag; solche Mammutstrecken sind wir ja gar nicht gewöhnt.



in der Medina von Assilah


 



die Gassen der Medina sind schmal und winklig wie fast immer



manche der Häuser sind wirklich nett hergerichtet



ein Blick über die Mauer und man sieht das Meer



viele kleine Künstlerateliers haben sich in Assilah angesiedelt


 


 



an den alten Festungsmauern vorbei machen wir uns auf den Heimweg



es gibt etliche Restaurants und Cafés mit teils spanischem Einschlag



und so sieht es am Strand von Assilah aus



für die Pferde ist der Abend noch lang



der Weg über die Promenade und heimwärts ist nicht weit

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