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Dienstag, 09. April 2013



Wolken hängen über dem Strand von Assilah

Der Himmel ist ganz bedeckt am Morgen, und wer den Herbert kennt, der weiß, dass er es nie lange an einem Ort aushält, sondern immer weiterfahren will. Und so packen wir unsere Sachen zusammen und fahren um 9 Uhr Ortszeit los. Laut unseren Unterlagen gehen die nächsten Fähren um 11 Uhr und 17 Uhr. Werden wir also die 17 Uhr Fähre bekommen, denken wir uns. Das letzte Stück Autobahn liegt vor uns, zuerst ca. 20km in Richtung Tanger und dann 55km zum Hafen Tanger Med.



wir verlassen Assilah



das letzte Stück Autobahn zum Hafen Tanger Med liegt vor uns



die Landschaft hier im Norden wirkt kein bisschen mehr afrikanisch



eine letzte Zahlstation

Auf der Autobahn tanken wir ein letztesmal und verbrauchen dabei auch unser letztes Bargeld, behalten dabei aber noch 78 DH zurück für die Autobahngebühr. Die kostet dann 65 DH, ganz schön viel für 75km, wenn wir bedenken, dass wir gestern für einen Streckenabschnitt von 177km nur 75 DH bezahlt haben. Na, Hauptsache hat unser Kleingeld dafür gereicht. Die Landschaft hier im Norden ist grün und wirkt gar nicht afrikanisch.



ein letzter Blick auf die Ausläufer des Rif-Gebirges



im Hafen geht nur ganz schleppend voran

Dann sind wir im Hafen. Als erstes holen wir uns am Baleária-Schalter die Tickets. Dann will man von uns das Blatt Papier fürs Fahrzeug, das wir auch bei der Einreise vorgelegt hatten. Man stempelt auf die Rückseite "Véhicule Reéxporté" mit Datum usw. Dann reihen wir uns ein in die Schlange, die ansteht, um durch den Scanner zu kommen. So zehn Autos passen auf die Art Rampe, an der dann der Scanner entlangfährt. Für uns ist die Auffahrt auf die Rampe eine echte Herausforderung, so eng geht es um die Ecke. Vielleicht sind auf beiden Seiten noch 5cm Luft, mehr nicht.



alle Fahrzeuge müssen durch diesen Scanner, der sich für uns als absolutes Nadelöhr herausstellt



jetzt heißt es, Geduld haben und warten, dass die Fähre endlich kommt mit großer Verspätung

Dann sind wir unten am Dock 6, wo die Baleária um 17 Uhr Ortszeit ablegen soll. Sie ist aber noch gar nicht da. Es ist etwa 16:30 Uhr Ortszeit. Trinken wir uns doch einen allerletzten Minzetee für die 13 Dirhams, die wir noch haben. Ach, wie wir den genießen. Dann heißt es warten, warten.



vom allerletzten Kleingeld kaufen wir uns einen allerletzten Thé à la menthe



es ist laut im kleinen Café am Dock 6

Irgendwann kommt die Fähre und irgendwann sind auch wir an der Reihe, an Bord zu fahren. Man nimmt unsere Tickets, reißt sie an der Perforierung ab, schaut sich unsere Pässe an und sagt, dass wir ja den Ausreisestempel gar nicht haben. Welchen Ausreisestempel? Den bekommen wir doch an Bord, so wie bei der Einreise. Oder nicht? Nein, heißt es, wir müssten zum Scanner zurück und würden ihn dort bekommen. Oh Gott, derweil fährt die Fähre bestimmt ohne uns ab. Und die abgerissenen Tickets? Gelten die dann überhaupt noch



endlich kommt die Baleária, unsere Fähre

Oben am Scanner ist niemand mehr da, der die Pässe abstempelt. Man sagt uns, wir sollen zum Gare Maritime fahren, zum Hafengebäude. Also noch weiter weg vom Dock 6. Am Hafengebäude angekommen, sagt Herbert, dass Annette schnell hineingehen und die Pässe abstempeln lassen soll. Aber ob das gehen wird, dass sie dort Pässe abstempeln, ohne die entsprechende Person gesehen zu haben? Und so geht Herbert mit hinein. Gottseidank, denn drinnen ist es rappelvoll. Wenn wir uns in die Schlangen einreihen müssten, wären wir in drei Stunden noch nicht dran. Und so fragen wir jemanden, wie wir an den Stempel für unsere Pässe kommen können. (Der ganze Murks auf pseudofranzösisch, versteht sich.) Ohne Herbert, also ohne Mann, hätte Annette bestimmt keine Beachtung gefunden. Man führt uns dann direkt zu einem Schalter, wo wir die Stempel sofort bekommen. Uff.



wir rollen an Bord

Jetzt zurück zu Dock 6. Am Scanner wollen wir vorbeifahren, aber man winkt schon eifrig und bedeutet uns, dass wir durch ihn hindurch müssten. Nein, nicht nochmal durchs Nadelöhr. Annette sagt demjenigen après-midi - à quinze heure - ici. Dass wir heute Nachmittag um 15 Uhr doch schon durch den Scanner gekommen sind. Und dass er uns doch eigentlich gesehen haben muss ,wie wir gerade erst von unten von Dock 6 hinaufgefahren sind hierher. Am Ende winkt man uns durch und wir rasen wieder hinunter zu Dock 6. Erstaunlicherweise ist die Fähre immer noch da, auch wenn mittlerweile alle LKWs und Autos weg sind. Man stutzt über unsere abgerissenen Tickets, erinnert sich dann aber wohl an uns und weist uns auf die Fähre. Uff. Es dauert dann noch eine ganze Weile, bis die Fähre um ca. 19 Uhr endlich ablegt.




die Fähre hat solche Verspätung, dass es mittlerweile Abend wird in Marokko

Die Überfahrt verläuft gut, aber bis wir endlich im Hafen von Algeciras anlegen, dauert es ewig. Anscheinend ist aufgrund der Verspätung kein Dock frei. Um 23 Uhr Ortszeit, jetzt also mitteleuropäischer Sommerzeit, rollen wir von Bord, wobei Herbert einfach als allererster, ohne von irgendjemandem ein Zeichen bekommen zu haben, von unserem Zwischendeck losfährt. So sind wir die dritten, die am Grenzhäuschen ankommen. Man will einen Blick in unser Wohnmobil werfen, mit Taschenlampe. Dann sind wir frei und erreichen europäischen Boden. Fahren aber nur bis zur Zona Comercial Palmones, also nur ein paar Kilometer auf der A7 bis dahin, wo vor 10 Wochen das Abenteuer Marokko anfing. Wo wir die Tickets gekauft hatten. Aber dass da so viele Wohnmobile stehen würden, das hätten wir nicht gedacht. Es ist 23:15 Uhr, als wir zu McDonald's gehen. Jetzt müssen wir uns erstmal wieder an die ruppige Art der Spanier gewöhnen. Ein Kulturschock nach 10 Wochen in Marokko. Auch müssen wir uns wieder an das enorme Verkehrsaufkommen gewöhnen. Annette will auch noch ein Resumée unserer Marokkoreise schreiben, aber heute nicht mehr, heute fällt sie um Mitternacht todmüde ins Bett. Herbert übrigens auch.



Auf Wiedersehen Marokko - wir kommen zurück. Auf jeden Fall.

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