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Dienstag, 30. April 2013



das Räumfahrzeug hat heute alle Hände voll zu tun

Die ganze Nacht über hatte es geschneit, sodass wir jetzt eine richtige Winterlandschaft um uns herum haben. Es dauert nicht lange, da kommt auch schon das Räumfahrzeug angefahren. Um 10 Uhr schalten wir die Heizung aus, denn es ist herrlich warm an Bord. Wenig später kommt die Sonne und tut ihr bestes. Über Mittag haben wir 24°C an Bord, da haben wir längst die Fenster aufgerissen. Nach draußen gehen können wir heute wohl nicht, denn wir haben keine geeigneten Schuhe für die Schneemassen. Aber an Bord ist es auch ganz nett; auf Radio 3 (Radio Tres) hören wir nachmittags immer Jazz. Die haben ein tolles Programm, nach Musikstil sortiert, mal spielen sie eine Stunde Country, dann elektronische Musik, dann Salsa usw. Den Sender hatten wir auch schon unten in Salobreña immer gehört. So geht der Tag dahin; Herbert ist viel im Internet und Annette liest im Buch Rivals von Jilly Cooper weiter. Die Story gefällt ihr total, und der englische Humor fehlt ja auch wirklich in keinem englischen Buch. Abends um 18 Uhr schalten wir die Heizung wieder ein, da sind es zwar immer noch 23°C an Bord, aber es sieht nach einer klirrend kalten Nacht aus. Der Phoenix ist ja so gut isoliert, der hält die Wärme an Bord und lässt sie nicht wieder hinaus. Da merkt man den Qualitäts- und Preisunterschied zu anderen Wohnmobilen (nur für den Fall, dass jemand nach einem richtig guten Wohnmobil sucht). Um 22 Uhr geht Annette zu Bett; später geht Herbert nochmal ins Internet und was erwartet ihn da? Ein dicker fetter Virus. Nach dem Starten öffnet sich eine Webseite namens Guarda Civil oder so ähnlich. Herbert macht gar nichts, aber der Laptop macht auch nix mehr. Herbert kann tun, was er will. Aber nach dem Hochfahren kommt immer nur ein weißer Bildschirm und nichts mehr. Man kann den Task Manager auch nicht mehr aufrufen, um das schädliche Programm auszuschalten. Ein Schmarrn. Er weckt Annette wieder auf und erzählt ihr von dem ganzen Murks. Wir haben ja noch zwei alte Laptops an Bord, das heißt draußen in einem der Außenfächer. Die holen wir in eisiger Kälte zu uns, sodass Herbert mit einem von denen ins Internet kommen und lesen kann, was der ganze Murks bedeuten kann. Annette ist längst wieder im Bett. Herbert liest im Internet etwas von einem BKA-Virus, der die gleichen Symptome hat. Er doktert dann solange am kaputten Laptop herum (die Schreiberin kennt sich da ja nicht so aus und ärgert sich immer, wieviel Zeit man immer an das Internet verliert, das der Menschheit nichts Gutes gebracht hat, sondern nur noch mehr Verblödung), bis die Kiste wieder läuft. Wann der Herbert zu Bett geht? Um 6:10 Uhr am 1. Mai. 

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Montag, 29. April 2013



schön, dass wir mal wieder rausgehen können

Weil wir die Heizung laufen lassen hatten, ist es morgens angenehm warm an Bord. Die ganze Nacht über hatte es geschneit, sodass jetzt alles weiß ist. Überall frischer Schnee, der sich auf den alten gelegt hat. Ein Räumfahrzeug kommt angefahren und kurz darauf auch mal ein Polizeifahrzeug, um nach dem rechten zu schauen. Annettes Bein geht es mittlerweile deutlich besser, nur das Aufstehen und Hinsetzen geht noch schlecht. Eigentlich könnten wir jetzt wieder hinunter ins Tal fahren, aber über ganz Spanien ist ein dickes Tief, sodass es sich nicht richtig lohnt. Am frühen Nachmittag ziehen wir uns mal an, um in den Schnee gehen zu können. Wir haben ja jeweils eine dicke Winterjacke. Aber dass es so kalt draußen sein würde, hätten wir nicht gedacht. An Bord ist es so warm, obwohl die Heizung längst aus ist und das Dachfenster einen Spalt auf. Fast schneidet der Wind uns die Ohren ab. Grr. wenn wir daran denken, dass man in Deutschland monatelang mit Schneemassen zu kämpfen hatte; ist ja noch gar nicht so lange her. Morgen soll noch mehr Schnee kommen. Am späten Nachmittag schalten wir die Heizung wieder ein, die uns gute Dienste leistet.



wenn Schnee liegt, ist es, als würde die Zeit stehenbleiben



Blick hinunter ins Tal



puh, so kalt

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Freitag, 26. April 2013



so sieht es am Morgen bei uns aus

Es sind bloß 12°C, als wir morgens aufstehen. Da müssen wir nach Wochen - oder sind es schon Monate? - mal wieder einheizen. Auch herrscht ein dicker Nebel, sodass wir von den Bergen nicht viel haben und sehen. Aber eine Wanderung können wir heute eh nicht machen, denn Annette tut ihr linkes Bein höllisch weh, von der linken Pobacke bis knapp übers Knie. Sie hatte gestern während der Fahrt schon gemerkt, dass sich da was anbahnt. Bestimmt vom Wasserschöpfen an der Wasserquelle gestern in Salobreña. Jedenfalls quält sie sich den ganzen Tag damit und kann fast keinen einzigen Schritt tun. Immer wieder kommen dicke Nebelschwaden, nur selten können wir die Berge sehen. Da können wir von Glück reden, dass wir gestern so eine schöne Fahrt in die Sierra Nevada hatten. Wir müssen auch staunen, dass von hier oben manches Wohnmobil am späten Nachmittag, 17 Uhr, wieder ins Tal fährt. Wenn man doch bei diesem Nebel nicht die Hand vor Augen sieht. Es ist nicht nur heikel wegen der Sicht, sondern auch schade um die schöne Sicht auf die Berge. Wir wollen jedenfalls erst wieder herunterfahren, wenn kein Nebel ist, um noch ein paar Fotos machen zu können. Denn bei unserer Fahrt hierher waren die Berge immer auf der falschen Seite, sodass Annette ja nur wenige Fotos machen konnte. Und Herbert konnte nirgends anhalten. Hoffentlich ist Annettes Bein morgen wieder gut. 



wenn mal kein Nebel ist, sieht es so aus



es wir Abend in den Bergen

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Samstag, 27. April 2013

7°C an Bord, Schneetreiben und leichter Wind draußen. Es war eine schreckliche Nacht für Annettes Bein, und jetzt am Morgen ist es kein bisschen besser, wird es aber über den Tag hin. Wir richten uns auf einen weiteren Tag hier oben in den Bergen ein, und wenn wir uns die Wetterkarte so anschauen, ist es ja im ganzen Land - auf der gesamten iberischen Halbinsel - nicht viel besser. Da sind wir hier noch am besten aufgehoben, wo wir Strom haben und damit heizen können. Und so klettern die Temperaturen recht bald auf 18 und dann 20 Grad. Herbert geht mittags mal kurz raus; Annette kann ja nicht, sie würde die fünf Stufen aus dem Phoenix heraus nicht schaffen. Die Stufen sind schneebedeckt und tückisch. Manches Wohnmobil, das hier steht, ist zu mieten. Bestimmt, weil die Hotelpreise hier oben zu hoch sind. Bewohnt sind sie jetzt aber nicht. Nur gut, dass wir genug zu essen an Bord haben und ruhig einschneien könnten. Herbert legt ein Stück Fleisch aus dem Eisfach und kocht am späten Nachmittag einen Gulasch. Sobald Annettes Bein wieder besser ist, wollen wir weiterfahren, allerdings nicht bei schneebedeckter Fahrbahn. Spät abends sehen wir einen Fuchs hier herumschleichen, während die Schneeflocken tanzen. Was für ein selten schöner Anblick. Wir lassen die Heizung über Nacht laufen, denn es hatten sich schon die ersten Eiszapfen gebildet. Eigentlich sind wir ja keine Wintercamper, aber jetzt kann unser Phoenix mal zeigen, was Qualität ist und was er so drauf hat. 


 



wir müssen nicht mal die Kabeltrommel anhängen



die nächste Nebelwand kommt



spät nachmittags kocht Herbert einen Gulasch

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Donnerstag, 25. April 2013



ruckzuck landet die Yamaha in der Garage

Nach einem sonnigen Tag sieht es am Morgen nicht gerade aus, und so fackeln wir nicht lange, sondern fahren wir die Yamaha in die Garage und dann sagen wir Adios. Schön, dass wir es überhaupt so lange hier auf der Wiese ausgehalten haben; es war uns eine angenehme Zeit. Unser englische Nachbar drückt Annette noch ein Buch in die Hand mit den Worten: Do you know Jilly Cooper? You'll love her. (Mit dem Titel Rivals. Na, mal schauen, wie das Buch so ist.) Dann fahren wir los und nach wenigen Metern halten wir schon wieder, nämlich am Brunnen am Fuße der Festung von Salobreña. Hier holen auch die Einheimischen ihr Trinkwasser, und auch Herbert ist schon mit der Yamaha, zwei Kanistern und der Gießkanne hier gewesen, denn unser Wasservorrat hätte ja nie so lange gehalten ohne Nachschub. Jetzt zu zweit arbeiten wir wie am Schnürchen, auch wenn es natürlich eine Heidenarbeit ist, unseren riesigen Wassertank aufzufüllen. Dann fahren wir noch zu Repsol in Salobreña, wo es Autogas - GLP - gibt. Allerdings haben sie den entsprechenden Adapter nicht. Die Gasanlage sei ganz neu, sagt der Angestellte, und Adapter hat er noch gar keine. Wäre halt gut gewesen, denn was man hat, das hat man.



am Brunnen - Fuente El Gambullón - füllen wir unseren Wassertank



es geht in nördlicher Richtung auf der Autovía de Sierra Nevada

Kurz vor Motril biegen wir von der Autovía del Mediterráneo ab auf die Autovía de Sierra Nevada. Das Straßennetz in Spanien ist ja wirklich bombastisch, und die Autobahn ist es auch. Sie geht über etliche Brücken und führt an herrlicher Landschaft vorbei. es dauert nicht lange und wir erreichen Granada. Auf dem Ronda Sur, dem Südring geht es in Richtung Sierra Nevada. Alles ist gut ausgeschildert.



die Autobahn führt hier über etliche Brücken



tief gehen die Schluchten



der Südring in Granada - Ronda Sur - führt uns zur Sierra Nevada, unserem heutigen Ziel



die A395 geht in tausend Kurven, ist aber in erstklassigem Zustand

Die Straße, die A395, die in die Sierra Nevada geht, windet sich natürlich in tausend Kurven, ist aber in perfektem Zustand und fast immer sehr breit. Man hat eben einiges getan für den Wintersport und -tourismus. Recht bald sehen wir die ersten Schilder: Altitud 1.750m, dann 2.000m und 2.250m. Parque Natural usw. Es ist eine hübsche und entspannte Fahrt die Berge hinauf, und irgendwie sind wir auch an die Pyrenäen erinnert



die Sierra Nevada zeigt sich von seiner besten Seite



puh, auf 1.750m kommt der Schnee


 


 


 



die Wohnhäuser bzw. Hotels sehen hier nicht gerade hübsch aus

Es ist komisch, von allen Seiten von Schnee umgeben zu sein. Vor allem, wenn wir an gestern denken, als wir in kurzen Hosen durch Almuñécar gelaufen sind. Irgendwann sehen wir den Ort Pradollano, ein paar Häuser und Hotels, eine Skipiste und auch einen Skilift. Auch ein Schild für einen Wohnmobilstellplatz (Autocaravanas, 60 plazas), noch etwas höher den Berg hinauf. Jetzt aber stellen wir uns erstmal auf einen Parkplatz, wo wir mit großer Verspätung frühstücken. Wenn wir aus dem Fenster schauen, sehen wir die Skiläufer den Hang hinuntersausen. So ist es eben in Andalusien.



auf 2.075m Höhe halten wir mal auf einem Parkplatz an



nach einem späten Frühstück geht es noch weiter hinauf bis auf knapp 2.500m



Gestern in kurzen Hosen am Strand - heute im Schnee. Das geht nur in Andalusien.



ein Männeken fährt sogar gerade hinunter, später sehen wir noch mehrere

Wir fahren also noch höher hinauf, verpassen dann aber die Abfahrt zum Stellplatz. Als wir noch höher sind, auf 2.500m, sehen wir die Wohnmobile weiter unten stehen. Drehen wir also um und gesellen uns zu ihnen. Und was für ein schöner Stellplatz. Mit Strom, Ver- und Entsorgung, sogar mit freiem WIFI. Die einzelnen Plätze sind vom Schnee befreit, der sich auf 1,50m auftürmt. In der Saison hat man hier 15 EUR pro Nacht zu zahlen, jetzt aber hat man die automatischen Schranken abgebaut. Ach, es gefällt uns hier, auch wenn es wie gesagt skurril ist: Gestern Sommerlaune, heute Wintergefilde. Draußen ist es hier natürlich recht kalt, aber nicht bei uns an Bord.



zu diesen Wohnmobilen wollen wir uns gesellen



Ja, ist das denn wohl möglich?



unsere Tagesroute ca. 79km

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