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Montag, 10. März 2014



Ankunft am Ostbahnhof - Estação Oriente - am früheren EXPO '98 Gelände

Heute lacht die Sonne wieder und da wollen wir uns aufmachen zu einem letzten Tag in Lissabon. Diesmal nehmen wir den Bus der Linie 750, die vom Camp aus zum Ostbahnhof - Estação Oriente - fährt, wo sich das Expo-Gelände der EXPO '98 befindet. Man kann da so schön flanieren am Río Tejo entlang, und die Architektur der Gebäude dort gefällt uns in ihrer futuristischen Art immer so. Die Busfahrt dauert etwa 40 Minuten, aber als wir ankommen, ist die Luft doch ziemlich kalt vom Wasser her. Denn der Tejo hat hier Dimensionen, als wäre man am offenen Meer.

Wir wandeln ein wenig durch den schicken Einkaufskomplex Vasco da Gama und sind dann direkt am Ufer des Río Tejo. Es kommt uns vor, als wären hier mittlerweile noch mehr Gebäude errichtet worden. Auch gibt es jetzt einen Holzweg, der direkt am Tejo entlanggeht; man läuft praktisch über dem Wasser. Uns kommt dann die spontane Idee, ins Oceanário zu gehen. Auch das Oceanário ist ein futuristisch anmutender Bau.



wir gehen durch den Einkaufskomplex Vasco da Gama hindurch



alles ist schick und modern hier



fast alle Fahnen hängen hier



der Río Tejo ist hier wie ein Meer



dieser lange Holzweg ist neu und führt direkt über das Wasser


 

Als wir mit unserer ADAC-Kreditkarte bezahlen, bekommen wir schon wieder einen Rabatt von 15%. Ansonsten beträgt der Eintritt 16 EUR pro Person bzw. 11 EUR für Rentner. Es gibt gerade eine temporäre Ausstellung zu Meeresschildkröten, die wir uns auch anschauen wollen. Auf dem Weg ins eigentliche Gebäude lesen wir schon viele Fakten, die über unseren Köpfen hängen, wie: Die durchschnittliche Tiefe des Meeres beträgt 4.000m. Oder: Das meiste Leben im Meer existiert in den oberen 100m. Dann sind wir im Innern des Oceanários.



in diesem Gebäude befindet sich das Oceanário



im Innern des Oceanários

Es ist fast dunkel hier drinnen, als wäre man selbst unter Wasser, wo es ja auch kein Licht gibt. Unterwassergeräusche und eine Art Meeresrauschen - jede Welle einzeln - betonen das ganze noch. Die Infotafeln sind konsequent zweisprachig in portugiesisch und englisch. Auf diese Weise erfahren wir, dass alle Schildkröten im Oceanário von Rettungsteams hierhergebracht wurden. Sie sind verletzt oder krank und werden hier gepflegt, aufgepäppelt und dann wieder in ihre natürliche Umgebung ausgesetzt. Es gibt eine Übersichtstafel, auf der steht, wann im letzten Jahr welche Schildkröte wo wieder ausgesetzt wurde. Wir lesen, dass im Nordatlantik manche Schildkröte tausende von Meilen zurücklegt. 



verletzte und kranke Schildkröten werden hier aufgenommen und gepflegt, bevor sie wieder ausgesetzt werden

In den Aquarien sehen wir auch ein paar Schildkröten schwimmen; der einen fehlt zum Beispiel das rechte vordere Bein. Die Schildkröten - wenn wir das richtig gelesen haben, haben sie zur Zeit sieben hier - haben im Wasser eine ganz anmutige Art. Sie sind so langsam und scheinen durchs Wasser zu schweben. Hier und da im Oceanário kann man über einen Glasboden gehen und darunter die Fische und sogar die Schildkröten hindurchschwimmen sehen. Das ist ein eigenartiges Gefühl. Wir lesen, dass die Fischereiindustrie jedes Jahr zehntausende Meeresschildkröten tötet. Dass Vorrichtungen, sogenannte Schildkröten-Ausscheider, und "C-Haken" den Schildkrötenbeifang um 90% reduzieren. Wir lesen, dass Millionen Schildkröten einer Art (Hawksbill Turtles) gestorben sind, um aus ihren Panzern Schmuck oder kunstgewerbliche Dinge herzustellen. 



sie können richtig anmutig sein



jahrzehntelang wurden sie gemetzelt, um Schmuck und kunstgewerbliche Dinge aus ihren Panzern zu machen



die beiden Seeotter sind drollig und eine Freude zum Anschauen

Dann sind wir in der eigentlichen Ausstellung des Oceanários. Hier sind die einzelnen Trakte nach den Meeren sortiert. Und so kommen wir von feuchtwarmen tropischen Gefilden zu den kalten der Antarktis. Vom Pazifischen zum Indischen Ozean usw. Wir sind schon etwas überfüttert von Informationen über die Schildkröten, aber interessant ist es hier natürlich auch. Wir bekommen Haie und Rochen, Moränen und alle möglichen großen und kleinen, bunten und exotischen Fische zu sehen. Alles ist sehr gut gemacht hier. Am besten gefallen uns die beiden Seeotter, die die meiste Zeit auf dem Rücken schwimmen und sich im Wasser tummeln. Die beiden sind drollig. Über sie lesen wir, dass Seeotter das dichteste Fell von allen Tieren haben, mit 155.000 Haaren pro cm². Der Schutz vor Kälte ist wichtig, denn Seeotter haben im Gegensatz zu anderen Meeressäugern keine Fettschicht. Sie verbringen fast den ganzen Tag damit, eine fettartige Schicht auf ihr Fell aufzutragen, die das Fell wasserdicht macht und Luft abhält. Seeotter wurden für ihr Fell gejagt bis fast zur Ausrottung. Heute sind Seeotter per Gesetz geschützt. -- Ansonsten wollen wir jetzt die Fotos für sich sprechen lassen und nicht alles kommentieren.



hier tummeln sich alle möglichen Fische


 



 


 



es ist fast dunkel im Oceanário - nichts lenkt den Blick ab


 


 



der Wolfsaal hat ja ganz dicke Backen - da hinten links hocken noch zwei solcher Gesellen



um 14 Uhr verlassen wir das Oceanário

Gegen 14 Uhr verlassen wir das Oceanário und essen eine Kleinigkeit beim Burger King im großen Einkaufskomplex. Dann fahren wir mit der Metro - Linha Vermelha (rote Linie) - bis zur Station Alameda, wo wir in die Linha Verde (grüne Linie) umsteigen. Die Linien haben natürlich maritime Logos, die an die seefahrerische Vergangenheit Portugals erinnern, und so hat die rote Linie eine Windrose als Motiv, und die grüne Linie ein altes Segelboot. Wir steigen dann an der Station Rossio aus und wandeln ein wenig durch die Stadt. Auf der Rua do Comercio wollen wir noch einmal einsteigen in die Eléctrico der Linie 28, aber es ist mittlerweile halb fünf und es kommt und kommt keine Tram. Und so gehen wir zum Praça do Comercio und fahren mit Straßenbahn und Bus wieder zurück zum Camp. Bis 19 Uhr Ortszeit kann man ja hier bleiben. Eine Stunde vorher sind wir abfahrbereit. Wir lassen uns vom Navi hinunter zur N6, der Küstenstraße, die nach Estoril und Cascais geht, bringen. Mittlerweile wird es dunkel und das Fahren recht anstrengend. Kurz vor Estoril sehen wir einen Parkplatz, auf den wir uns für die Nacht stellen können. Puh. Wann sind wir das letztemal im Dunkeln gefahren? Als wir von Marokko zurückkamen und sich die Fähre bis in die Nacht verspätet hatte. Freiwillig würden wir das nie tun. 



wieder geht es durch den Einkaufskomplex Vasco da Gama



alles ist ja so modern und leicht hier



wir gehen zur Metro


 



wir wollen noch eine kurze Strecke mit der Linha 28 fahren, aber die Bahn kommt und kommt nicht



am frühen Abend verlassen wir Lisboa



schnell kommt die Dunkelheit



unsere Tagesroute ca. 29km

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