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Sonntag, 24. März 2013



wir verlassen Sidi Ifni

Heute wollen wir uns nochmal aufmachen ins Hinterland, bevor wir an die Küste zurückkehren und nach Agadir usw. fahren. Unsere Reisepläne sollen uns nach Tafraoute, ca. 180km von hier führen, und so verlassen wir gegen Mittag das Camp El Barco. Hier an der Küste, zwischen Sidi Ifni und Mirleft, in Legzira soll es zwei große Felstore oder -bögen geben, die wir uns gern anschauen wollen, aber auf der Hinfahrt hierher hatten wir sie nicht gesehen. Deswegen fahren wir jetzt die gleiche Strecke zurück, die wir gekommen sind. Es gäbe auch eine andere Strecke, aber die geht durchs Landesinnere und macht einen ziemlichen Bogen. Wir halten also die Augen auf.



an einer Strandbucht halten wir und schauen uns die Kawenzmänner an, die hereinkommen

Wir fahren und fahren, schauen überall, aber nirgends gibt es eine Straße, die zum Meer abgeht. Denn die soll es geben; man soll oberhalb parken können und dann hinunter zum Meer laufen. Kurz vor Mirleft sehen wir dann wieder die Strandbucht mit dem großen Restaurantzelt, dem Bivouac, und daneben das hübsche Hotel, das wir auf der Hinfahrt schon fotografiert hatten. Die Wellen, die in die Bucht kommen, sind gewaltig, und weil wir ja alle Zeit der Welt haben, halten wir an und schauen uns das Spektakel an. Der Strand ist sehr steinig; manchmal haben wir den Eindruck, die Steine würden extra hier abgekippt, weil man nicht weiß, wohin mit ihnen.



heute ist man mit Sack und Pack am Strand und schützt sich gegen Wind und Sand

Ach, es ist schön am Meer, und heute am Sonntag sind auch wieder ein paar Leute mit Sack und Pack am Strand. Bevor wir weiterfahren, setzen wir uns noch auf die Terrasse vom Bivouac und genießen den Blick und die Sonne. Dann fahren wir weiter, kommen wieder an Plage-Aglou vorbei und durchfahren Tiznit. Wenn man so an der 6km langen alten Stadtmauer von Tiznit entlangfährt, macht die Stadt einen tollen Eindruck, besonders mit den vielen Grünpflanzen und Blumen.



wir sitzen auf der Sonnenterrasse vom Restaurantzelt



weiter geht unsere Fahrt am Meer entlang



wir durchfahren Tiznit



jetzt wird die Route kurvenreich



die Straße wird sehr wellig



in die Berge des Anti Atlas geht es

Von Tiznit aus halten wir uns dann in Richtung Tafraoute (106km), alles ist gut ausgeschildert. Und die Straße ist auch in gutem Zustand. Die Landschaft wird zunehmend karger und sandiger. Kurz vor Tighmi bzw. Tirhmi tanken wir noch, aber weil man auch hier wie schon in Tiznit keine Kreditkarten annimmt, tanken wir nur für 600 DH Bargeld. Als wir Tighmi dann durchfahren und die vielen kleinen Lädchen sehen, denken wir uns, dass wir doch wieder dies und jenes kaufen sollten. Beim Einkaufen wissen wir schon gar nicht mehr, was wir eigentlich nehmen sollen, denn das Warenangebot ist ja doch anders, als wir es kennen. Wurst und Käse gibt es ja nur in den riesigen Supermärkten, und da wird wohl erst wieder einer in Agadir kommen.



wir erreichen das Dorf Tighmi bzw. Tirhmi

Wir halten also mal an und laufen zu den Läden. Kaufen dann je 3kg Orangen und kleine Bananen, 30 Eier und zwei Gallonen Wasser. Ganz schön kalt ist es hier oben, und es geht ja immer noch höher auf 1.100m vom Col du Kerdous. Die Berge vom Anti Atlas sind wieder spektakulär, was wir gar nicht mehr erwartet hätten. Schade nur, dass sie auf der falschen Straßenseite liegen, sodass Annette praktisch kein gescheites Foto machen kann. Herbert kann zweimal auf der Straße anhalten und Fotos aus dem offenen Seitenfenster machen. Gegenverkehr gibt es ja gottlob wieder fast keinen.



hier kaufen wir eine Stiege Eier



hier kaufen wir Orangen und Bananen



bepackt gehen wir zurück



weiter geht die Fahrt durch die Berge des Anti Atlas



was für Anblicke sich uns immer bieten



wie beschaulich, wenn man nicht selbst hier wohnen muss



die Straße ist kurvenreich, aber sehr gut ausgebaut



an den Bergen können wir uns nicht sattsehen

Im Dorf Ida Oussemlal gabelt sich die Straße und man entweder über Tahala nach Tafraoute fahren (42km) oder über einen Ort, dessen Namen wir so schnell gar nicht lesen können. Diese Strecke würde 60km betragen und ist auf zwei unserer Karten gar nicht als Route eingezeichnet. Fahren wir also über Tahala. Aber die Straße wird nun zunehmend schlechter, auch sind Bauarbeiten auf der Strecke im Gange, die uns das Fahren erschweren. Dennoch erreichen wir irgendwann den Ort Tafraoute, der in der untergehenden Sonne ganz wunderbar aussieht. Die Granitfelsen, die Tafraoute umschließen, leuchten rosarot. Herrlich.



in diesem Dorf - Ida Oussemlal - gabelt sich die Straße nach Tafraoute



jetzt geht es nurmehr einspurig weiter, aber Gegenverkehr gibt es ja so gut wie nie


 


 



wir erreichen die Ausläufer von Tafraoute



uff, die 180 Kilometer sind geschafft

Es gibt drei Camps im Ort, und unser Ziel ist das Camp Granite Rose. Aber warum steht es ein Stuhl in der Einfahrt? Wir bleiben auf der Straße stehen und warten, bis einer kommt und uns begrüßt. Dieser Mensch sagt uns dann, dass wir nur zwei Nächte bleiben könnten, denn morgen kommt eine französische Reisegruppe und übermorgen eine deutsche. Ach, immer diese Reisegruppen, die auf allen Camps nur nerven, wie die Heuschrecken einfallen, laut sind, und denen abends sogar das Restaurant gehört. Alle anderen Gäste auf dem Camp, diejenigen also, die sich allein durchs Land trauen und sich nicht für viel Geld im Eiltempo von einem Camp zum anderen führen lassen, sind dann immer zweitrangig. Wir wollen auf jeden Fall mehr als zwei Tage in Tafraoute bleiben. Da wird uns gesagt, dass wir uns ja auf eine andere Fläche vom Granit Rose stellen könnten, da wäre auch die Einfahrt breiter. Na gut, fahren wir also dahin. Aber was soll denn das? Diese Fläche ist eine reine Baustelle; Arbeiter sind am Werkeln und Bungalowbauen. Der Boden ist mit Bauschutt versehen. Dennoch wird uns diese Fläche angepriesen: Der Blick auf die Felsen sei doch so schön von hier aus usw. Wir fragen, was es denn hier kostet auf der Baustelle? Nun, wir hätten ja ein übergroßes Fahrzeug, da würden nochmal extra ein paar Dirhams anfallen. Die Nacht also 75 DH (mit Strom). Der volle Preis vom Camp also. Die Preise auf allen drei Camps im Ort seien gleich, heißt es. Nee, vielen Dank. Und zum Klo müssten wir dann über die Straße laufen, Internet haben wir hier hinter den Bungalowrohbauten bestimmt auch nicht, und überhaupt. Alles ist so ein Schmarrn, dass wir hier nicht bleiben werden. Wir fahren die 200m die Straße zurück zum Camp Tazka, wo es zwar auch voll ist und wir uns gerade noch in eine Ecke quetschen können, aber immer noch besser als auf einer Baustelle. Hier kostet die Nacht 65 DH mit Strom. Mittlerweile ist es 17:45 Uhr Ortszeit; wir gehen zur Küche und fragen, ob wir noch etwas zu essen bestellen können? Können wir, man hat Tajine Kefta da, das sind die kleinen Hackbällchen. Na gut, dann eben die. Man will uns das Essen um 19 Uhr Ortszeit bringen, denn hier im Salon sind die Tische wieder so niedrig, und außerdem ist es richtig kalt hier oben. Das Essen schmeckt dann vorzüglich. Wir sitzen bei Kerzenschein, und die Kerze gibt eine behagliche Wärme ab. Wir sind gespannt auf Tafraoute. Im Buch hatte es geheißen, dass die Leute von Tafraoute Touristen gegenüber sehr freundlich seien. Die Betreiber vom Camp Tazka sind es jedenfalls, sie sind auch sehr herzlich. Anders als auf den beiden letzten Camps am Meer.



unser erstes Ziel ist das Camp Granite Rose

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