d19.jpgd18.jpgd04.jpgd11.jpgd08.jpgd01.jpgd07.jpgd02.jpgd06.jpgd14.jpgd10.jpgd13.jpgd21.jpg

Mittwoch, 27. April  2011



beim Oberlandesgericht München

Für heute, unseren großen Tag beim OLG München, haben wir wieder den kleinen Polo von Herberts Exfrau zur Verfügung. Und so fahren wir nach einer unruhigen Nacht um 10 Uhr los, um genug Luft zu haben bis zum Termin um 12 Uhr. Dann sitzen wir wie auf der Schlachtbank und warten auf unseren Anwalt, der recht zuversichtlich wirkt. Er versucht, uns ein wenig aufzubauen und meint, dass es ein gutes Zeichen für uns ist, wenn alle Parteien heute persönlich zu erscheinen haben. Denn nach seiner Auffassung werden solche Fälle meistens nach Aktenlage entschieden. Dennoch ist Herbert total verstört.

Im Sitzungssaal dann, Annette hat den Saal zu verlassen, kommt der Richter gleich zum wesentlichen und klärt den Beklagten über die Ansicht des OLG auf. Nach seiner Ansicht ist er auf keinen Fall der Auffassung des Landgerichts Traunstein und akzeptiert dieses Urteil nicht. Er sagt, dass, wenn man sich die beiden Gutachten, die Fotos und die Zeugenaussagen anschaut, schreit es geradezu zum Himmel und lässt keinen anderen Schluss zu, als dass der Beklagte von den Schäden gewusst haben muss. Sollte der Beklagte diesen Prozess verlieren, so wird der Richter diesen Vorfall an die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs weiterleiten. Aus diesem Grunde rät er dem Beklagten, sich auf einen Vergleich einzulassen. Sollte kein Vergleich zustande kommen, so wird er den Prozess komplett neu aufrollen und Gutachter und Zeugen noch einmal vorladen. Herbert geht bei seinem Vergleichsangebot noch einmal um 5.000 EUR herunter, aber der Beklagte lehnt einmal mehr alles ab. Er wird wieder sehr laut, sodass Annette draußen auf dem Flur sein Gebrülle hören kann. Unser Anwalt redet auch unter vier Augen mit dem Anwalt der Gegenpartei, ob dieser nicht Einfluss auf seinen Mandanten nehmen könne. Dieser erwidert, dass es keinen Zweck habe, Sie hätten schon daheim in der Kanzlei mit drei Anwälten versucht, ihn zu einem Vergleich zu bewegen, was nicht gefruchtet hat. Das Gericht schließt die Verhandlung und beraumt einen neuen Termin an, der aller Wahrscheinlichkeit im August/September stattfinden wird. Dann soll alles noch einmal neu aufgerollt werden. Herbert und sein Anwalt merken, dass der Richter und seine zwei Beisitzer deutlich auf unserer Seite sind. Momentan sind wir doch sehr erleichtert und guter Dinge und froh, im Januar die Berufung eingereicht zu haben.

In den nächsten Tagen werden wir Deutschland also ein wenig hoffnungsfroher verlassen. Abends geben wir dann das Auto wieder zurück, sitzen dann noch mit Herberts Exfrau und deren Mann zusammen und erzählen ihnen alles.



am Irschenberg haben wir ein sehr spätes Frühstück

back       |      next