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Montag, 24. Juni 2013



die Infrastruktur ist überall richtig gut; die jungen Bäume stehen wie 'ne Eins

Jetzt werden wir die seenreiche Region mal verlassen und uns heute sogar ein wenig Bildung und Kultur einverleiben. Unsere Fahrt soll in die Lutherstadt Wittenberg gehen. Dort angekommen, stellen wir uns auf den Stellplatz am Platz der Jugend, wo das Parken nichts kostet, aber auch nur auf 8h begrenzt ist. Der Weg in die Stadt ist kurz, und über ihr thront die gewaltige Schlosskirche, an deren Tür Luther die berühmten 95 Thesen schlug. "Eine feste Burg ist unser Gott" - diese Textzeile des bekannten Psalms und Kirchenliedes Martin Luthers prangt in großen Lettern rings um den Kirchturm dieses eindrucksvollen Gotteshauses. Da muss man allerdings genau hinschauen, denn der Kirchturm ist schwarz wie verrußt.



wir erreichen die Lutherstadt Wittenberg; Blick auf die Schlosskirche

Die berühmten angeschlagenen Thesen können wir nur durch einen Bauzaun hindurch sehen, denn die Kirche wird gerade aufwendig restauriert. Ins Innere können wir daher nicht gehen. Gegenüber der Kirche ist die Touristinformation, wo wir uns Lesematerial geben lassen und nun wissen, dass sich die Lutherstadt Wittenberg in der sogenannten Luther-Dekade befindet. Der Countdown zum 500-jährigen Jubiläum des Thesenanschlags läuft und wird die Stadt in den Focus der gesamten christlichen Welt rücken. Es war im Jahre 1517, als Luther die Thesen anschlug. Die Luther-Dekade begann in 2008 und hat bis 2017 jeweils ein anderes Thema, wie Reformation und Bekenntnis, - und Bildung, - und Freiheit. In 2013 ist man bei Reformation und Toleranz.



an die Tür der Schlosskirche schlug Luther in 1517 die berühmten 95 Thesen

Die Lutherstadt Wittenberg beherbergt vier UNESCO-Welterbestätten - die Schlosskirche, die Stadtkirche St. Marien, das Lutherhaus und das Melanchthonhaus. Das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt, die umliegende einmalige Natur- und Kulturlandschaft Mittelelbe mit weiteren UNESCO Kultur- und Naturerbestätten verdeutlichen, warum Wittenberg wahrhaftes Zentrum der Weltkultur ist. Uff, bei so viel Superlativen haben wir keine Worte mehr.



vom Schlossplatz aus wandeln wir los durch die Lutherstadt



dieser kleine Bach fließt durch die Fußgängerzone von Wittenberg

Wir gehen dann erstmal los in die Altstadt, die ja direkt an die Schlosskirche angrenzt. Die Schlosskirche wurde übrigens in 1506 auf den Grundsteinen des ursprünglichen Schlosses des Kurfürsten von Sachsen errichtet. Daher auch der Name. Der erste Eindruck von Wittenberg ist schön; die Häuser sind alle restauriert, und als wir den Marktplatz erreichen, sind wir verblüfft von seiner Größe und Pracht. Es sind manche Jugendgruppen unterwegs in der Stadt, auch ausländische; das ist bestimmt jeden Tag so. Vom Markt aus können wir schon mal die beiden Türme der Stadtkirche St. Marien sehen, die immerhin das älteste Gebäude der Stadt ist.



auf dem Marktplatz mit Blick auf das Rathaus



prächtige Häuser stehen auf dem Marktplatz - Blick auf das CLACK-Theater


 



diese jungen Leute üben sich im Zeichnen



wir befinden uns immer noch auf dem Marktplatz

Wir bummeln über den Marktplatz und werfen auch mal einen Blick in den Cranach-Hof, der ein herrlicher Innenhof ist. Welche Pracht. Bei Cranach handelt es sich um den berühmten Maler Lucas Cranach dem Älteren, der in 1506 von Kurfürst Friedrich dem Weisen an den sächsischen Hof nach Wittenberg berufen wurde. Auf einer Infotafel sehen wir Fotos von 1989, als die Gebäude im Cranach-Hof so gut wie verfallen waren, und von jetzt. Die Bürger von Wittenberg hatten sich in 1989, dem Jahr der Wende, dafür eingesetzt, dass man die Gebäude rettet und nicht dem Verfall preisgibt.



ein Blick in den Cranach-Hof



den Marktplatz kann man von allen Seiten fotografieren - er ist aus jeder Perspektive einfach schön



wir biegen auf die Collegienstraße

Wir halten uns eine Ewigkeit auf dem Marktplatz auf, denn er sieht von jeder Ecke und jedem Winkel richtig schön aus. An den prächtigen Häusern rund um den Markt sind Schilder angebracht von berühmten Leuten, die in der Stadt geweilt oder gelebt haben, wie Goethe, Thomas Müntzer, Ulrich von Hutten, Böttcher, dem Erfinder des Porzellans, usw. Dann gehen wir zur Stadtkirche St. Marien auf dem Kirchplatz, der ja an den Marktplatz angrenzt.



ein Blick in die Stadtkirche St. Marien, in der aber gerade restauriert wird

Innen und außen wird auch hier fleißig restauriert, praktisch alle wichtigen Gebäude werden auf das Jubiläumsjahr 2017 vorbereitet. Innen decken große Tafeln die Bauarbeiten dahinter ab, sodass wir eigentlich kaum etwas sehen können. Infoblätter in allen möglichen Sprachen, sogar in finnisch, geben Erläuterungen zu diesem wichtigen und ältesten Gebäude der Stadt. In dieser Kirche predigte einst der Reformator Martin Luther. Seine Kanzel ist auch heute erhalten, wir sehen sie allerdings nicht. Ebensowenig die vielen reformatorischen Zeugnisse wie den Reformationsaltar, wertvolle Tafelbilder von Cranach, ein kunstvoll dekoriertes Taufbecken, die prunkvolle Orgel usw. Aber im Grunde interessiert uns Religion ja nicht. In 2017 wird der Teufel los sein in der Lutherstadt - diese Redenwendung ist doch zu komisch.



wir sind wieder auf dem Marktplatz



Blick auf den Marktplatz und die beiden Türme der Stadtkirche St. Marien, ältestes Gebäude der Stadt



die Cafés sind gut besucht

Wir gehen dann wieder zurück zum Stellplatz und wollen die Stadt ja noch verlassen. Die acht Stunden, die man auf dem Platz bleiben kann, sind nicht genug. Aber wir wollen die Nacht so oder so nicht hier verbringen. Stattdessen fahren wir die etwa 35km bis nach Bad Düben, wo es einen Stellplatz an den Kuranlagen geben soll. Dort angekommen, existiert dieser Stellplatz dann nicht mehr, aber wir stellen uns dennoch auf die alten Flächen. Abends will ein Schwarm Mücken über uns herfallen, aber nix da, wir haben rechtzeitig die Mückengaze zugezogen. Bad Düben soll ein süßer kleiner Kurort sein, aber das Wetter soll ja jetzt kippen



es geht über die Elbe, als wir die Lutherstadt Wittenberg verlassen



in Bad Düben stellen wir uns auf den Parkplatz, der an die Kuranlagen angrenzt



unsere Tagesroute ca. 108km

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