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Samstag, 22. Juni 2013



Durchfahrt durch die Flößerstadt Lychen

Weiter, immer weiter wollen wir fahren, und das müssen wir sogar, denn Anfang Juli wollen wir ja in Rosenheim sein, wenn das zweite Enkelkind kommt. Unser heutiges Ziel soll Templin sein, und so fahren wir am späten Vormittag los. Über Lychen geht unsere Route. Willkommen in der Flößerstadt Lychen, so begrüßt uns ein Schild. Der Ort selbst sieht sehr schön aus, ist zu beiden Seiten der Straße von Wasser umgeben und hat schön restaurierte Häuser. Alles ist sehr aufgeräumt hier, zackig preußisch, denn mittlerweile sind wir ja nicht mehr in Mecklenburg, sondern in Brandenburg, genauer gesagt in der Uckermark.



Lychen zeigt sich von seiner besten Seite



zu beiden Seiten der Straße sind Seen

Dann erreichen wir Templin und stellen uns auf den Stellplatz Alte Knehdener Straße. Es sind ein paar Wohnmobile da. Jetzt machen wir uns auf in die Altstadt von Templin. Es ist nur ein Katzensprung bis hin, über den Templiner Kanal gehen wir und sehen, wie gerade vier kleine Boote aus der Schleuse kommen. Immer wieder schön anzusehen.



Ankunft auf dem Stellplatz von Templin



gerade ist die Schleuse in Betrieb

Templin ist dann schon gleich auf den ersten Blick sehr schön. Überall lesen wir: Thermalsoleheilbad Templin, Perle der Uckermark. Übrigens ist Templin die Heimatstadt von Frau Merkel, die hier aufgewachsen ist, nachdem ihre Eltern  mit ihr als Baby von Hamburg aus in die DDR übergesiedelt waren und ihr Vater eine Pfarrstelle antrat. Wir denken während unseres Rundgangs durch Templin also auch immer wieder an Frau Merkel, auf die wir große Stücke halten. Zuerst wandeln wir mal entlang der restaurierten Stadtmauer, am Webertor und Schultor vorbei und gehen dann zur St. Maria-Magdalenen-Kirche.



Blick auf das Mühlentor, eines der drei Stadttore Templins



alles ist perfekt restauriert entlang der Stadtmauer



Blick auf das Schultor



Karl-August, was machst du?



Karl-August schläft.

Es ist eine Freude, in welch gutem Zustand hier alles ist. Diese beiden Figuren, die etwa zehn Meter auseinander auf zwei Bänken sitzen, sind ja wirklich allerliebst. Sie sitzen vor einem ganz normalen Wohnhaus. Dann sind wir an der Kirche und werfen auch einen Blick hinein. Man kann den Kirchturm besteigen, und Annette will mal hinauf. Während ihr die Tür zum Kirchturm aufgeschlossen wird, fragt sie, ob dies die Kirche sei, in der der Vater von Frau Merkel tätig war? Ja, das ist sie.



Blick auf die St. Maria-Magdalenen-Kirche



Annette ist bereit für die Kirchturmbesteigung

Mit der Kamera um den Hals macht sich Annette an den Aufstieg. Es sind immerhin über 150 Stufen, uff. Alles ist eng und recht dunkel, alles ist aus Holz, die Stufen, der Handlauf. Mit jeder Stufe wird die Kamera schwerer. Annette ist redlich bemüht, ein paar Fotos zu machen, damit Herbert und auch die geneigten Leser diese sehen können. Für Herbert wäre der Aufstieg sicherlich nichts gewesen, denn er verträgt die Höhe nicht. Auch muss man hier trittsicher sein, wenn man von einer Stiege zur nächsten geht. Das Ticken der Kirchturmuhr ist einfach herrlich.



hier muss man trittsicher sein



alles - Stufen, Handlauf, Geländer - ist aus Holz



Blick über die Dächer von Templin

Dann ist sie oben angelangt und schaut über die Dächer von Templin. Die Landschaft mit dem vielen Wasser ist wieder ein herrlicher Anblick. Man kann ringsum um den Kirchturm laufen. Dann hört sie jemanden ganz laut ANN-NETT rufen und sieht Herbert unten stehen. Huhu, wir winken einander zu. Dann macht sich Annette wieder an den Abstieg.



Huhu, Herbert



drei Glocken hängen im Glockenturm

Vorbei an den drei großen Kirchglocken geht es, das ist wirklich alles faszinierend. Beim Abstieg muss man wirklich darauf achten, nicht mit dem Kopf irgendwo anzustoßen. Aber lohnend ist der Aufstieg auf den Kirchturm allemal. Zwischendurch schlägt die Uhr halb drei, welch ein satter Klang. Wieder unten angekommen, bedankt sich Annette bei den beiden Frauen, die die Kirche behüten, für die Möglichkeit des Aufstiegs. Sie sagen, dass mancher Besucher auf halbem Wege den Turm hinauf wieder absteigt und sich nicht weitertraut. Dann erzählt Annette erstmal alles dem Herbert, während wir zum Marktplatz gehen.



alles ist uralt und in sehr gutem Zustand



jetzt der Abstieg



Blick auf das Berliner Tor, vom Marktplatz aus gesehen

Am Markt steht das historische Rathaus, das, so lesen wir, nach dem großen Stadtbrand von 1735 im schlichten Barockstil wieder aufgebaut und in 1751 eingeweiht wurde. Am 6. März 1944 während eines Bombenangriffs abermals zerstört und zwischen 1963 und 1965 in seinem historischen Antlitz wiedererrichtet wurde. Es ist ein prächtiges Gebäude, das den Marktplatz ziert. Drinnen befindet sich auch die Touristinformation, wo wir uns einen Stadtplan geben lassen. Auf einem großen Bildschirm sehen wir Filmsequenzen aus der Natur-Therme Templin, dem Gesundheits- und Erlebnisbad mit Saunalandschaft. Die Anlage ist über die Grenzen Templins bis nach Berlin hinaus ein Besuchermagnet. 



Blick auf das historische Rathaus von Templin

Der Marktplatz von Templin ist wirklich schön anzuschauen, und ziemlich groß in seinen Ausmaßen. Die haben eben damals dick aufgetragen, die Preußen. Es gibt vier Cafés rund um den Markt, und wir suchen uns das Altstadtcafé aus. In den Schaufenstern stehen etliche altmodische Kaffeekannen aus Porzellan, die ja heute so gut wie ausgestorben sind. Überhaupt ist das Café sehr gemütlich eingerichtet, Wir lesen, dass es seit 2002 existiert und sie ihren Kaffee von einer Privatrösterei in Lychen beziehen. Annette kann sich dann nicht entscheiden zwischen einem Elefantenkaffee oder der Schwarzen Königin. Dann nimmt sie aber doch den Elefantenkaffee.



wir wollen ins Altstadtcafé am Marktplatz einkehren



für Annette einen Elefantenkaffee

Aber wer hätte gedacht, dass ein Elefant an der Tasse ist? Seine großen Ohren liegen an der Tasse an, und sein Kopf und besonders sein Rüssel sind der Henkel. Stoßzähne hat er natürlich auch. So allerliebst; Annette kann gar nicht die Finger von ihm lassen. Herbert soll doch mal reingehen und fragen, ob man diese Tassen auch kaufen kann? Kann man nicht. Das hat das Café früher getan, aber es ist schwierig, diese Tassen nachzubestellen. Wir sollten doch mal auf die Website von Amarula gehen, da gäbe es sie. Hach, heute geht es uns gut, und Templin gefällt uns ausnehmend gut, da muss sich Frau Merkel nicht verstecken mit ihrer Heimatstadt. Um unser Glück perfekt zu machen, kommt auch noch eine Hochzeitskutsche des Wegs; schnell hat Herbert die Kamera zur Hand.



in den Schaufenstern stehen etliche Porzellankaffeekannen



während wir im Café sitzen, kommt diese Hochzeitskutsche des Wegs



so gemütlich ist es im Altstadtcafé


 



die Fachwerkhäuser stehen da in ihrer Pracht

Vom Markt aus wandeln wir noch ein wenig durch die Stadt, vorbei an den herrlichen Fachwerkhäusern. Templin gefällt uns immer besser. Dann gehen wir noch ein Stück die Stadtmauer entlang, die sich ja um die gesamte Altstadt legt. Vorbei am Eulenturm und dem Akzisehaus laufen wir zum Stadthafen, der sehr beschaulich ist. Wenn die Uckermark so ist wie hier in Templin, dann wundert es nicht, dass z.B. Eva-Maria Hagen, eine großartige Schauspielerin und Sängerin und Mutter von Nina Hagen, kurz nach der Wende von Hamburg wieder in den Osten und zwar in die Uckermark gezogen ist. (Annette hat mal ihr Buch "Eva und der Wolf" gelesen, ein großartiges Buch.)



Templin macht einen ganz wunderbaren Eindruck auf uns



hier ist ein Museum untergebracht



im Stadthafen von Templin



wie immer ist alles perfekt angelegt

Vorbei an der prächtigen alten großen Schule - hier ist die junge Angela bestimmt zur Schule gegangen - gehen wir und über die Pionierbrücke, die über den Templiner Kanal führt. Die kleinen Boote liegen wie aufgefädelt am Ufer. Eine Anliegerstraße führt uns dann direkt zurück zum Stellplatz, wo wir uns wieder nach draußen setzen. Auch unser Abendessen nehmen wir draußen ein, denn im Gegensatz zu anderen Regionen in Deutschland sind wir hier oben wettermäßig am besten aufgehoben. Kein Regen oder ähnliches in Sicht.



über die Pionierbrücke gehen wir heimwärts



auf dem Templiner Kanal sind die kleinen Boote wie Perlen aufgefädelt



unsere Tagesroute ca. 33km

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