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Mittwoch, 27. März 2013



Wolken hängen über den Granitfelsen

Eigentlich wollten wir heute einen Ausflug machen mit der Yamaha. Dann aber lesen wir, dass heute Markt ist in Tafraoute. Außerdem ist die Luft ziemlich kalt, und so verschieben wir den Ausflug einfach auf morgen und gehen am Vormittag in den Ort. Zu dieser Tageszeit waren wir ja bisher noch nicht in Tafraoute, und die Stadt zeigt ihr Alltagsgesicht. In allen Straßen sind Autos geparkt, überall sind kleine Verkaufsstände aufgebaut oder vielmehr liegt die Ware auf Tüchern am Boden. Wir folgen unserem Instinkt und laufen in der richtigen Richtung und hinunter zum Fluss, dem Oued Massa. Auf der Brücke über den Fluss wimmelt es von Leuten, als würden sie auf den Bus warten.



heute ist das Fleischangebot in Tafraoute groß



auf der Brücke, die über den Oued Massa geht, stehen die Leute und warten



die beiden in trauter Harmonie (Straßenhunde sieht man nur selten; vielleicht werden sie regelmäßig umgebracht)



am ausgetrockneten Flussbett entlang zieht sich der Markt von Tafraoute

Am Flussufer entlang ziehen sich die Marktstände und schon stürzen wir uns ins Gewimmel. Solche Märkte sind natürlich immer sehr einfach, aber die Gerüche sind immer gleich. Der Duft der Gewürze steigt uns in die Nasen; Datteln liegen in der Sonne, Fisch wird gebraten und türmt sich auf dem Verkaufstisch, Schafen werden die Beine zusammengebunden, ihnen wird der Kopf mit roter Farbe markiert und manche von ihnen landen dann auf Schubkarren für den Heimtransport. Erstaunlich, dass es fast alles Frauen sind, die Schafe kaufen. An einem Stand gibt es gebrauchte Haushaltswaren vom Sieb bis zum Wasserkessel. Man könnte daheim ganze Flohmarktstände aufkaufen und die Ware hier an den Mann bringen.



Datteln liegen in der Sonne



Obst und Gemüse gibt es immer im Überfluss



Schafe liegen mit zusammengebundenen Füßen auf dem Boden und warten auf ihre neuen Besitzer



ihnen werden die Köpfe markiert



es sind hauptsächlich Frauen, die Schafe kaufen



manches Schaf wird in der Schubkarre abtransportiert



wir kaufen wieder eine Ladung Orangen à 7 DH/kg (0,63 EUR)



es wird immer mit Gewichten hantiert und aufs volle Kilo aufgerundet

Wir kaufen wieder 3kg Orangen - die letzten waren gar nicht so gut - und dann betört uns der Duft von Minze. Die Minzeblätter werden in Büscheln verkauft und wir finden, dass wir uns so ein Büschel einfach daheim ins Wohnmobil legen sollten für den herrlichen Duft, den es abgibt. Und so landet ein Büschel à 5 DH (0,45 EUR) in unserem Einkaufsbeutel. Dann gehen wir zum Fischstand, wo es munter zugeht und viele Käufer stehen. Schon bekommen wir eine kleine Kostprobe in die Hand (ach Gott, haben wir überhaupt die richtige genommen?). Schmeckt gut, und so fragen wir nach dem Preis. 70 DH (6,30 EUR) für das Kilo. Nehmen wir doch ein Kilo. Dann verlassen wir den Markt und gehen zur Konditorei, die wir gestern entdeckt haben. Vier kleine Törtchen à 3 DH (0,27 EUR) kaufen wir und gehen dann heim. Immer noch hängen Wolken über den Granitfelsen, was einfach toll aussieht.



ein Büschel der herrlichen Minze, bitteschön



erst probieren, dann kaufen wir frittierten Fisch



der Verkaufstisch biegt sich unter den Bergen von Fisch



welch schöne Kulisse der Markt hat



noch immer liegen Wolken über den Felsen



zum Kaffee gibt es die vier kleinen Törtchen

Die Luft ist heute kalt, und so rollt Herbert die Markise wieder ein, damit uns die Sonne wärmt. Am Nachmittag rollt ein Hotelbus aufs Camp. So ein Gefährt haben wir noch nie gesehen. Es sind Deutsche an Bord, die sogleich über den Platz ausschwärmen. Mit einer Frau aus dem Bus kommen wir ins Gespräch und erfahren, dass der Bus seit 16. März im Lande ist, dass sie von Genua aus mit der Fähre nach Tanger gekommen sind und insgesamt vier Wochen unterwegs sein werden. Die Frau ist eine Alleinreisende und zählt schon ihre nächsten Reiseziele auf. Unter anderem Kanada und nochmal den Iran, wo sie schon im letzten Jahr mit ihrer Freundin war. Wir horchen sie ein wenig aus, aber sie hat nur kurz Zeit, muss zum Bus zurück, der die ganze Truppe jetzt in den Ort bringt. Und wie lange sind Sie schon unterwegs?, fragt sie uns. Och, wir gehen ins 5. Jahr, sagen wir ihr. Da staunt sie nicht schlecht und würde gern mit uns tauschen. Der Hotelbus bleibt für 2 Nächte auf dem Platz, vielleicht können wir ja später noch mit ihr reden. Abends - wir essen gerade den Fisch - klopft es an unsere Tür: Es ist die Dresdnerin und sagt Hallo. Wir sehen uns also jetzt das viertemal in Marokko. Nur dass wir diesmal wussten, dass die Dresdner auch von Sidi Ifni aus hierher nach Tafraoute wollten. Sie kommen gerade erst an im Ort und wollen sich auf die Wiese stellen. Ob wir morgen nicht zu ihnen kommen wollen, bisschen reden über alle Erlebnisse? Machen wir gern. Bis morgen also.



dieser Hotelbus kommt am späten Nachmittag auf den Platz gerollt

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